Sonntag, 23. September 2007

Bob zu Haus



Nun ist es soweit... unser Bob, der nun fast 3 Wochen und über 3804 km unser Zuhause war, kann ein wenig ausruhen. Wir haben ihn wieder abgegeben und neben all seinen Geschwistern abgestellt - hoffen wir, dass er sich dort vergnügt!

Wehmütige Grüße
Tiru

Die Zivilisation hat uns wieder

Nachdem wir mit unserem Bob nun eine ganze Weile kontinuierlich aus der Zivilisation herausgefahren sind, haben wir nun den umgekehrten Weg beschritten und nähern uns ihr immer weiter an. Seien es die täglich dichter werdende Besiedelung, die beständig breiter werdenden Strassen und natürlich vor allem die stetig steigende Menge von Verkehr um uns herum.

Vorgestern schließlich hat es uns noch mit der vollen Breitseite erwischt, und wir standen mitten im Freitagnachmittagstau rund um Vancouver. Wenn das nicht genau der "richtige" Wiedereinstieg in die Zivilisation ist...

Grüße aus dem Stau
Tiru

Unterwegs nach Gold Mountain

Unsere Bobbesatzung ist von einer geheimnisvollen, aber offenbar sehr ansteckenden Krankheit befallen worden. Die Symptome sind glänzende Augen und glitzernde Finger.
Unsere Kranheit hat auch einen Namen: es ist das Goldfieber.

In den Bob eingeschleppt wurde sie offenbar von Thorhall, der sich vermutlich in Fort Steele bei Mr. Nuggets angesteckt hat. Dort bekam er einen Intensivkurs im Goldwaschen, und seitdem dreht sich alles nur noch um das eine.
Auch ist uns das Glück hold, denn als wir enttäuscht vor den zur Nachsaison schon geschlossenen Toren einer alten Goldmine standen, und gerade unverrichteter Dinge von dannen ziehen wollten, kam einer der Museumshüter vorbei, der für Freunde eine Privatführung veranstalten wollte, und da hat er uns mitgenommen.
Dann haben wir endlich den Gold Mountain erreicht, und uns am nächsten Morgen frisch ans Werk gemacht und Gold gewaschen. Und siehe da, Thorhall ist tatsächlich erfolgreich gewesen und hat Gold gefunden!!!!

Dafür darf er uns dann jetzt demnächst mal schick zu McDonalds ausführen….

Goldige Grüße
Tiru

Freitag, 21. September 2007

Die Wüste riecht

Im Süden Kandas gibt es eine kleine Wüste. Und weil sie so klein ist, nennt sich diese Wüste auch "Pocket Desert". Angekündigt wurde sie uns - laut Reiseführer - mit Kakteen und echtem Mexiko-Feeling. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!

Auf der Suche nach der kleinen Pocket Desert sind wir denn in Osoyoos im Nk'mip Desert Cultural Center gelandet, wo uns neben einer Austellung über die Native People eben auch ein Trail in die Wüste erwartete. Die Kakteen haben wir dann auch gefunden, doch sie waren ganz klein, sozusagen Pocket Cactus.



Umso grösser fielen dafür die Salbeibüsche aus, deren Geruch geradezu überwältigend war.
Und es stellte sich heraus, dass das Erlebnis dieser Wüste, ganz anders als erwartet, nicht mit den Augen erfolgte, sondern viel mehr mit der Nase.


Es schnuppert
Tiru


PS: Die Wüste ist übrigens nur in Kanada so klein, dass sie in die Tasche passt - der Löwenanteil liegt in den USA, und wir konnten quasi sogar rübergucken. Und dort sind die Kakteen bestimmt auch viel größer!




Ich träum' von Waltons Mountain

So fahren wir tagaus tagein über Gipfel, durch Wälder, an Flüssen und Seen entlang und durch die Prärie und wenn ich so hinaus blicke und vor mich hinträume, tauchen in meinem Kopf bei so manchem An- und Ausblick immer wieder eine Melodie und die dazu gehörenden Bilder aus Kindertagen auf: Hier sieht es aus wie in Waltons Mountain! Das brummige Fahrgeräusch des Bobs erinnert an John Waltons Oldtimer (trööt-tröööt) und der Spritverbrauch dürfte auch vergleichbar sein. Immer wieder schmeichelt sich der Ohrwurm bei mir ein, aber seit einigen Tagen lässt er mich gar nicht mehr los. Denn ich habe Waltons Mountain gefunden!
Heute heißt es Waterton Townsite, liegt postkartenverdächtig am Upper Waterton Lake im gleichnamigen Nationalpark. Die Rehe spazieren durch's Dorf und fressen die Vorgartenblumen und es gibt alles was man braucht: Einen Campingplatz, mehrere Restaurants und Kneipen gleich daneben, ein paar Touri-Schnickes-Shops, eine Polizeistation, ein Kino und last but not least einen Lebensmittelalden. Leider wird man dort nicht vom alten Ike begrüßt, aber am Sortiment hat sich vermutlich nicht viel geändert. Gute Nacht, John-Boy! ;-)

Die Waltons - German Intro

Donnerstag, 20. September 2007

Kanadische Kleinstädte

Uns fällt immer wieder auf, dass der Kanadier offenbar bestrebt ist, einen Ausgleich zu den schönen Landschaften seiner Umgebung zu schaffen, und daher seine Städte besonders hässlich macht. Oder aber - das ist eine weitere Theorie - er hat einfach so viel mehr Platz als wir im überfüllten Europa, dass sich niemand die Mühe macht, den ganzen Kram aufzuräumenund einfach alles liegenlässt. Jedenfalls sind die meisten Orte, die wir bisher gesehen haben, entweder - wie Jasper oder Banff - kleine Retortenstädtchen nur für Touristen oder, wenn echte Menschen drin wohnen, versprühen sie meistens den Charme der morbiden Baufälligkeit von Gartenhäuschen oder Dauercampern.

Daher sind wir bereitwillig darauf eingegangen, als uns unser Reiseführer einen Stopp in Nelson empfahl, da sich hier noch eine veritable, schöne und restaurierte Altstadt befände. Altstadt bedeutet hier: so um die Jahrhundertwende.
Tatsächlich war die Innenstadt von Nelson - von dem auffällig hohen Anteil an irgendwie auffälligen oder seltsamen Menschen abgesehen, ungewöhnlich schön für kanadische Verhältnisse. Doch wie Thorhall treffend festgestellt hat, ist Nelson "eine Stadt der Erleuchteten, Friedensbewegten und Bekifften", was vermutlich auf einen ganz in der Nähe befindlichen Ashram zurückzuführen ist. Oder umgekehrt?

Ob die Nähe eines Ashrams zu einem höheren Charme von Pinchers Creek oder Grand Forks beitragen würde, wäre vielleicht einen Versuch wert. Aber in diesem Urlaub werden wir es wohl nicht mehr herausfinden...


Erleuchtete Grüße
Tiru

Mittwoch, 19. September 2007

Dienstleistungsberufe in Kanada

Wir erleben hier täglich, dass der Kanadier andere Dienstleistungen kennt als wir, und nirgendwo wird es augenfälliger als im Supermarkt. Die Tüten werden an der Kasse für uns eingepackt, und es gibt Angestellte, die offenbar nur dazu da sind, fragend guckenden Käufern dabei zu helfen, das gesuchte Was-auch-immer zu finden.

Und einmal haben wir sogar noch eine ganz ungewöhnliche Spezies gefunden: einen Mann, der im Eingangsbereich rumstromerte, uns freundlich begrüsste und auf dem Rückweg noch einen Tipp gab, wo man gut springende Lachse beobachten kann.
Auf seinem Button mit der Funktionsbeschreibung stand sein Beruf: Er ist ein People Greeter.

Doch die Schaffung neuer Berufe ist hier offenbar ansteckend, denn auch wir haben mittlerweile sogar schon einige neue Dienstleistungen entdeckt!
The Bob Waver:
The Coal Shaker:
The Light Holder:


The Blog Feeder
Tiru

Spirit of the Buffalo

Der alte Indianer hat die Büffeljagd seinerzeit sehr clever gelöst. Die Büffelherde wurde an einer Stelle zusammengetrieben und in Panik versetzt, so dass sie in wilder Flucht nicht sah, dass der vermeintliche Ausweg ein 10 m tiefer Felsabhang war. Unten musste man dann nur noch die Beute einsammeln.
Zu bestaunen gab es all das in der Ausstellung des Head Smashed-in Buffalo Jump.


Um den Tag im Zeichen des Büffels komplett zu machen, durften wir später auf dem Weg noch eine wilde (wenn auch eingezäunte) Büffelherde bestaunen.

Und abends habe ich dann die neuzeitliche Büffeljagd eingeläutet – mit einem saftigen Buffalo-Burger aus dem Pub nebenan.

Hugh!
Tiru

Ice Ice, Baby

Obwohl wir angesichts der ersten beiden Nachtfröste im Jasper Nationalpark, die wir zur Steigerung des Selbsterfahrungsfaktors auch ohne Heizung verbringen durften (die ist nämlich kaputt!!!), zur Zeit nicht unmittelbar als Zeugen der Klimaerwärmung zu bezeichnen sind, haben wir dennoch ein sehr anschauliches Beispiel für das Gletschersterben erhalten. Die Straße von Jasper nach Banff ist der so genannten Icefields Parkway ^^ und führt entlang des Columbia Icefields. Dort ist am Athabasca Gletscher ein Visitor Centre eingerichtet, das über Entstehung und spekulative Zukunft der Gletscher informiert. Jenen Besuchern, die nicht 30 Can $ für eine Fahrt mit dem Snowcoach bezahlen wollen – ein Vergnügen, das angesichts des Preises von den meisten unserer mitgebrachten Reiseführern nicht empfohlen wurde – bietet sich die Möglichkeit, an den Gletscher heran zu fahren und eine kleine, aus Sicherheitsgründen abgeteilte Zunge der Eismasse zu betreten. Es liegt in der Natur der Dinge, dass dieses kleine Stück begehbarer Gletscher nicht strahlend weiß, sondern ziemlich dreckig-grau daher kommt. Dennoch ist es ein eindrucksvolles Gefühl darauf zu stehen. Noch viel beeindruckender ist allerdings der Weg hin zum Athabasca Gletscher, denn dort wird anhand von Wegmarken mit Jahreszahlen dokumentiert, bis wohin die Eismassen bis vor einige Zeit mal reichten bzw. wie weit sie sich in der Zwischenzeit zurückgezogen haben.

Es schmilzt
Orsina

Reichweite des Gletschers 1982: Man sieht, man sieht nichts vom Gletscher

Reichweite des Gletschers 1992: Hinten ist die Gletscherzunge zu sehen.

Gletscherfüße heute


Athabasca-Gletscher von weitem

Montag, 17. September 2007

Wildlife

Gestern abend am Waterton Lake hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art. Beim letzten Gang zum Klohaeuschen fanden wir uns unversehens in einer kleinen Herde von mehr als einem Dutzend Elks wieder - oder was auch immer das nun genau fuer eine Wildsorte war. Die Herde ist es offenbar schon gewoehnt, dass es einzelne Gestalten gibt, die dort durch die Dunkelheit zu besagtem Haeuschen tappen, denn sie liess sich durch uns auch keineswegs stoeren. Allenfalls ein bisschen Platz haben sie uns gemacht, damit wir noch bis zur Tuer kommen konnten :)

Leider liess sich davon natuerlich kein Foto machen - aber der Anblick war einfach grossartig!

Verzueckte Gruesse
Tiru

Sonntag, 16. September 2007

Männer mit Hüten



Man(n) trägt wieder Hut, oder? Ich beobachte in den letzten Jahren mit stetig steigendem Erstaunen, dass der deutsche Mann das Baseball-Cap zu seiner liebsten Kopfbedeckung auserkoren zu haben scheint. Nicht nur Rap-Kids, coole Halbstarke und ewig junge Ü-30iger schmücken sich mit dieser Kopfbedeckung, nein, mittlerweile sieht man auch immer öfter Rentner, die den Pepita-Hut oder den Gamsbart-Tiroler gegen eine Baseball-Kappe mit dem Logo ihres Lieblingsvereins oder einem anderen Emblem als Bekenntnis zu einem Hobby, einer Lebenseinstellung oder ihres Lieblingsgetränks auf ihrem Haupte herumtragen.
Auch Thorhall und der Knappe sind unter die Hut-Träger gegangen! Während der Knappe auf die momentane Welle aufgesprungen ist und sich ein Baseball-Cap gekauft hat, das bei seinen Mitmenschen daheim demnächst Neid auf sein vergangenes Urlaubsziel wecken wird (soll?) ;-), hat Thorhall sich als ungewohnt mutig erwiesen und sein Image als schwarzer Abt mit einem weiteren Accessoire, diesmal im wildwestlichen Design, weiter gestärkt. Sentenza lässt grüßen!
Vielleicht löst er ja zu Hause damit einen neuen Trend aus und in wenigen Jahren hängen nicht nur überall die Stetsons an den Garderobenhaken der Dorfkneipen, sondern auch die Pferde sind draußen angebunden und scharren mit den Hufen im Sand…..

Es zieht den Hut
Orsina

Samstag, 15. September 2007

Inukshuk

2010 sind die olympischen Winterspiele in Kanada, und die nordischen, alpinen und vor allem die Bobwettbewerbe sollen in Whistler stattfinden. Daher mussten wir dort natürlich hin, um schon einmal die dortige Bobbahn in Augenschein zu nehmen.
Das Maskottchen der Winterspiele wird Inukshuk sein, ein Steinmännchen, das seinerzeit als Wegmarke oder Meilenstein genutzt wurde.
Dieses Steinmännchen regt offenbar die Kreativität enorm an, so dass es überall Menschen beflügelt, ihre eigenen Männchen daneben zu stellen.
Natürlich auch uns – so dass wir nicht nur in Whistler mitgebaut haben, sondern auch unsere Inukshuks am Athabasca Gletscher im Columbia Icefield hinterlassen haben J

Stein auf Stein, das ist fein…
Tiru

Wie der Mensch das Feuer entdeckte

Da die Abende hier doch schon etwas kühler werden, ist es natürlich immer nett, sich an einem Lagerfeuer zu wärmen.
Mittlerweile sind Thorhall und der Knappe auch schon zu echten Experten im Feuermachen herangereift. Vorangegangene Versuche, ein stabiles Feuer hinzubekommen, haben nur den Erfahrungschatz erweitert, und heute hatten wir somit sogar ein Feuer, das, obschon im strömenden Regen alleine gelassen, noch ganz schön lange weitergebrannt hat, bis es endlich aufgegeben hat.
Auch das hintere Gepäckfach unseres Bobs hat endlich seine Bestimmung gfeunden und ist mittlerweile prall gefüllt mit Feuerholz, Spänen, Zeitungspapier und weiteren Grill- und Feuerutensilien.

Grüße vom Lagerfeuer
Tiru

Miss Ranger

Als wir aus Whistler herausgefahren sind, stellte sich die Frage, welches unser nächster Campground werden soll. Es machte uns zwar ein wenig stutzug, dass auf einer Strecke von fast 80 km kein Campingplatz in der Karte eingetragen war, aber so ganz wollten wir dies nicht glauben und sind am nächstgelegenen erst einmal vorbeigefahren, um einen Platz später zu nehmen.
Da nun aber tatsächlich auf dem ganzen Weg kein Campground mehr war, bedeutete dies leider, dass wir schon relativ spät und vor allem erst im Dunkeln erst auf einem Platz angekommen sind. Da es ein vom örtlichen Energieversorger gesponsorter Gratis-Campingplatz war, gab es auch kein Office, dass uns einen Platz zuweisen konnte, sondern nur einen Briefkasten für das Regisrtierungsformular, sowie den Hinweis, sich einen Platz zu suchen und ansonsten den Aufenthalt zu geniessen.
Nun gut, ein Platz wurde bald gefunden, wir stürmten nach draußen, um schnell ein Lagerfeuer und den Grill anzuzünden und richteten uns auf einen Grillabend im Dunkeln und im Stehen ein – denn hier gab es auch keine der ansonsten meist vorhandenen Picknickbänke, und Campingstühle haben wir ja immer noch keine.
Unser Stehimbiss bei Feuer- und Taschenlampenschein war (zum Glück) gerade beendet, als plötzlich ein helles Scheinwerferlicht immer näher kam und tatsächlich auch erst wenige Zentimeter vor dem Bob zum Stehen kam.
Wir bekamen Besuch! Unsere Besucherin war die örtliche Rangerin, die uns höflich, aber sehr bestimmt erklärte, dass hier zum einen Parkverbot sei und vor allem eine no-no-fire-area… wir müssten sofort umparken und das Feuer ausmachen.
Wir gehorchten sofort, schließlich hatten wir schon gehört, dass mit den kanadischen Rangern in dieser Hinsicht nicht zu spaßen sei. Sie zeigte uns dann sogar noch einen guten Platz zum Campen und kümmerte sich selbst um das Löschen des Feuers… es ist also alles glimpflich ausgegangen. Nur unser schönes wärmendes Lagerfeuer waren wir los.

Tiru

Warnung vor dem Elk

Orsi und Thor haben heute morgen auf dem Weg zur Dusche einen Wapiti gesehen!
Doch da der Wapiti-Hirsch gerade brünftig ist, ist er nicht mehr ganz Herr seiner Sinne. Und daher werden wir zur Zeit allerorten davor gewarnt, ihm zu nahe zu kommen.
Überhaupt muss man sich hier ein wenig umstellen, da die großen wilden Tiere nicht wie bei uns immer nur hinter sicheren Absperrungen zu finden sind, sondern frei herumlaufen.
Wenn uns bisher auch hauptsächlich nur Eichhörnchen in verschiedensten Ausführungen, Kaninchen und Pikas, eine Art Ratten, begegnet sind, ist doch die Anwesenheit der großen Tiere allgegenwärtig. Sei es die Losung auf dem Weg, oder sei es die Warnung vor dem Bär im Toilettenhäuschen, oder aber seien es die bärensicheren Mülltonnen, für die man übrigens eine echte Bedienungsanleitung und vor allem zwei freie Hände braucht, um sie zu öffnen.
Zudem gilt es, alles was nach Bärenfutter riechen könnte, gut wegzuschließen und nichts Essbares unbeaufsichtigt zu lassen – ein Unterfangen, dass sich zwar einfach anhört, aber in der Praxis gar nicht so leicht durchzuhalten ist.

Tiru

Der Mallorca-Effekt

Der Kanadier hat ja viel Natur vor der Haustür.
Und weil das auch andere gemerkt haben, und die jetzt alle kommen, um sich die ganze schöne Natur anzugucken, hat der Kanadier das ziemlich gut organisiert.
Das bedeutet, dass an den meisten schönen Stellen praktischerweise meist gleich
Parkbuchten,
Picknicktische
und Hinweis-
schilder stehen,
und eben auch gleich die zugehörigen Touristen (wie auch wir).
Besonders augenfällig wurde das dann im Jasper Nationalpark, der immerhin fast so groß wie Nordrhein-Westfalen ist . Auf dem Weg zu unserem Campingplatz fanden wir uns plötzlich auf einer 3-spurigen Strasse wieder, wovon eine für die schon registrierten Gäste zuständig war, und die anderen beiden als Warteschlange für Neuankömmlinge dienten…
Andererseits trägt natürlich gerade diese gute Kanalisierung der Touristenströme enorm dazu bei, dass der größte Teil der ganzen schönen Natur auch tatsächlich so unberührt bleibt, wie es überall angepriesen wird. Und der Müll ist damit auch hauptsächlich in den passenden Eimern und weniger im Gebüsch.
Und außerdem müssen wir dann die ganzen schönen Stellen auch gar nicht lange suchen, sondern bekommen sie gleich gut und handlich präsentiert ;)

Nä nä Marie, ist dat nit schöööön…. *träller*
Tiru

PS: Ein Unterschied zu Mallorca ist übrigens, dass aus den hiesigen Reisebussen meist nur 3 oder 4 Leute aussteigen - das macht die Manschenmengen deutlich überschaubarer…

Montag, 10. September 2007

Klimawandel

In rascher Folge durchqueren wir eine Klimazone nach der nächsten.
... ...
Wo wir am Freitag noch auf Vancouver Island durch einen urzeitlichen Regenwald gestapft sind und unsere Füße im Pazifik gebadet haben, ging es am Samstag hinauf in die Coast Mountains, und zwar auf den Whistler Mountain. Dort in 2200 m Höhe haben wir dann immerhin unsere Schuhe im Schnee gebadet, den Füßen war es zu kalt ... Naja, für eine kleine Schneeballschlacht hat es noch gereicht ;-)

Gestern, am Sonntag, hat dann gleich die nächste Zone auf uns gewartet, und wir sind durch die heiße und staubige Steppe der Cariboo Region gekommen, und durften uns hier wie im wilden Westen fühlen.
Was uns wohl heute erwartet?
Grüße an die Füße
Tiru

Traumschiff, die Zweite!

Ich muss Abbitte leisten! Da habe ich mich doch letztlich ein wenig über die meines Erachtens klischeehafte Darstellung Kanadas in der Traumschiff-Folge „Vancouver „ geäussert. Vor allem die vom Regisseur suggerierte Selbstverständlichkeit, mit der die Protagonisten der Fernsehfolge alle Wildtiere, die man mit Kanada in Verbindung bringt, innerhalb der wenigen Stunden ihres Aufenthalts zu sehen bekamen, ließ mich doch sehr schmunzeln. Nun denn, ich muss von dieser kritischen Betrachtung der Serie Abstand nehmen!
Folgendes ist geschehen: Die Crew von Bob Canada I begab sich am Donnerstag an Bord Ihrer Majestät Touri-Dampfer „Lady Selkirk„, um in der Küstenregion von Ucluelet auf Whale-Watching-Tour zu gehen. Der ganze Trip dauerte ca. 3,5 Stunden und wir sahen: Faule, sich sonnende Seelöwen in rauhen Mengen, einen Weißkopf-Adler, zwei Schwarzbären die sich am Ufer herumtrollten und last but not least einen Wal! Zugegeben, alle diese Tiere sahen wir aus angemessener Entfernung und auch der Wal überraschte immer wieder an neuen Positionen mit seiner ausgestossenen Wasserfontäne. Aber man kann nicht leugnen, dass diese, uns sonst nur aus dem Zoo bekannten Tiere, hier innerhalb kürzester Zeit auch für den trampligen und lauten Touri in freier Wildbahn zu entdecken sind! Es ist faszinierend und mit dieser Erfahrung im Rücken gehe ich davon aus, dass wir auch die übrigen Klischee-Tiere noch zu sehen bekommen.



Es staunt
Orsina

Freitag, 7. September 2007

Auf den Bob, fertig, los!

Dienstag! Der grosse Tag ist heran und wir können es kaum erwarten, unseren Bob auch endlich in Empfang zu nehmen.

Nachdem der Taxifahrer mit unserer und unser Wegbeschreibung Hilfe die Verleihstation gefunden hat, fahren wir auf den Hof und finden eine reichlich gefüllte Menschenmenge mitsamt ihrem Gepäck vor… offenbar sind wir nicht die einzigen, die heute mit dem Bobfahren beginnen wollen.

Nach einer Stunde Warteschlange sind wir schließlich dran, und da wir schon im Vorfeld gelernt haben, dass die Wohnmobile in Kanada komplett leer sind und man alles Material, Geschirr, Bettzeug usw. separat dazuordern muss, mieten wir einmal das Komplettpaket mit allen Campingkits, Wäschesets, Stühlen usw. Quasi einmal Bob mit alles.

Nun geht es an die Übernahme des Bobs. Unser neues Heim für die nächsten Wochen! Eine erste kleine Inventur ergibt, dass die gemieteten Campingstühle nicht beigepackt sind, und überhaupt – wie sollen wir wissen was noch fehlt, wenn wir nicht wissen, was in den diversen Sets und Kits alles enthalten ist? Nachdem wir nun also unsere Ansprechpartnerin in der Station mehrfach aufgestöbert und mit Fragen gelöchert haben, ergibt sich folgendes: unsere Sets sind wohl grösstenteils komplett, fehlende Kissen und Handtücher bekommen wir anstandslos nachgeliefert. Nur die Sache mit den Campingstühlen wird schwierig… offenbar war die Station dem Ansturm nicht gewachsen und hat nun keine mehr vorrätig. Stattdessen bekommen wir die Auskunft, wir mögen uns selber Stühle kaufen und bekämen die Kosten dann ersetzt. Seitdem plagt uns die Frage: Warum sollen wir 50$ Miete für Teile bezahlen, die wir selber kaufen müssen und dann für 40$ erstattet bekommen? Wir haben übrigens immer noch keine Stühle.

Nachdem dann also irgendwann doch mal alles Chaos beseitigt war, können wir endlich losfahren. Auf geht’s!


Die Bobfahrer winken fröhlich aus dem fahrenden Bob

Tiru

Dienstag, 4. September 2007

Dinner for four

Vancouver hat eine unbedingt sehenswerte Chinatown!
Das steht so in allen Reisefuehrern, und daher beschlossen wir frueh, dass wir uns diese natuerlich auch ansehen wollen. Und da wir zudem neugierig waren, wie sich die chinesische Kueche ausserhalb der deutsch-chinesischen Restaurantlandschaft so darstellt, wollten wir denn dort zu Abend essen gehen.
So, und nachdem wir nun einen ganzen langen Tag mit allerhand Sightseeing und der Erkundung des oeffentlichen Nahverkehrsnetzes in und um Vancouver verbracht haben, sind wir noch einmal zu einem kleinen Nickerchen in unsere koeniglichen Gemaecher zurueckgekehrt, um schliesslich frohgemut, frisch entspannt und vor allem hungrig gen Chinatown aufzubrechen.
Doch als wir dort so gegen 21h00 eintrafen, war der Schock gross: wo am Nachmittag noch reges Treiben herrschte, als wir mit dem Bus durchgefahren sind, war jetzt - nichts. Gar nichts. Alle Geschaefte, alle Restaurants, alle Takeaways waren geschlossen, und auch auf den Strassen keine Menschenseele :(
Was nun? Als wir gerade darueber berieten, wie wir nun am besten wieder in eine etwas belebtere Gegend kommen, fiel Orsina ploetzlich eine Leuchtreklame ins Auge: "Open!". Und es gehoerte sogar zu einem Restaurant! ...das sich allerdings im dritten Stock eines geschlossenen Einkaufszentrums befand.
Mit dem Mut der Hungrigen enterten wir das verlassene Gebaeude, fanden sogar einen funktionierenden Aufzug, der uns sofort in das Restaurant trug. Auch der Kellner, der uns gleich entgegeneilte, versicherte, dass noch geoeffnet sei, also liessen wir uns froehlich nieder.
Ausser unserem eilig gedeckten Tisch gab es noch einen weiteren besetzten Tisch voller Chinesen, der sich aber mit unserem Eintreffen blitzschnell aufloeste und in hektische Betriebsamkeit verfiel - offenbar hatten wir die Kellner bei einer letztem Jasminteepause vor den naechsten groesseren Umbaumassnahmen aufgestoebert.
Denn waehrend wir eine Komponente nach der anderen unseres "Dinner for four" serviert bekamen, verschwanden nach und nach immer mehr Trennwaende und unser ohnehin schon nicht kleines Restaurant verwandelte sich in ein noch viel riesigeres, das laut Kellner bis zu 1600 Gaeste fassen kann. Nun gut, die 4 mehr oder weniger fielen dann auch nicht weiter auf :)

Ach ja, und ein Fazit zur chinesischen Kueche? Sehr lecker! Wie erwartet ein wenig anders als bei uns, und vor allem die Verwendung von Warmhalteplatten scheint dem deutschen Geschmack angepasst zu sein, aber schliesslich verliessen wir gluecklich und gesaettigt das Restaurant, erschreckten noch ein paar Wachleute, die gar nicht mit Menschen in ihrem leeren Einkaufszentrum gerechnet hatten, und traten den Heimweg an.

Chinesische Gruesse
Tiruba

Ein langer Sonntag

Es gibt immer mal Situationen, da wuenscht man sich, ein Tag haette mehr als 24 Stunden. Man erhofft sich davon, dass man bestimmte, noch unerledigte Aufgaben, dann besser erledigen kann. Uns wurde gestern (oder war es vorgestern?) ein solcher Wunsch erfuellt. Unser Sonntag hatte ungefaehr 34 bis 36 Stunden - es genau zu errechnen ist bestimmt moeglich, aber fuer den hiesigen Zweck unerheblich. Wir starteten um ca. 11.40 Uhr unseren Flug von Duesseldorf nach Vancouver aber was wir auch anstellten, die angezeigte "local time" glich einer endlosen Siesta. Die Zeiger rueckten einfach nicht voran, es blieb irgendwie dauerhaft Mittagszeit. Im Flugzeug wurde versucht, dieser Tatsache durch Aufrechterhaltung der aeusseren Ordnung zu trotzen. Es gab zuerst Mittagessen, dann einen Keks zur Kaffeezeit und schliesslich Abendessen. Aber als wir endlich in Vancouver landeten, war es immer noch gerade erst 12.30 Uhr!
Was folgte, war ein langer Nachmittag, der natuerlich gar nicht laenger war als jeder andere Nachmittag, uns aber aufgrund unserer Mammut-Mittagszeit doch recht lang wurde. Zunaechst besorgten wir ein Taxi und fuhren damit zum Anwesen der Queen. Die hat ein wachsames Auge ueber ihre Untertanen des British Empire und logiert bei ihren Besuchen sicherlich im "Windsor House". Warum sonst sollte es diesen Namen tragen und jedes Mitglied der royal family hier sein eigenes Zimmer haben??? Thorhall und ich bewohnen uebrigens - quasi als unseren ganz persoenlichen Beitrag zu den Gedenkfeierlichkeiten an ihren 10. Todestag, den "Diana-Room". Tiruba und der Knappe muessen sich mit dem in der koeniglichen Promi-Scala eher im unteren Bereich angesetzten "Edward-Room" zufrieden geben. Dort betteten wir dann, nach einem ersten Spaziergang durch Vancouver und dem ersten kanadischen Burger gegen 21.00 Uhr erschoepft aber gluecklich unsere buergerlichen Haeupter.

Es winkt royal
Orsina

Samstag, 1. September 2007

Reisefieber

So, nun ist es fast soweit! In 13, 14 Stunden geht es los - und dann 10 Stunden im Flieger rumhocken! Ich habe hier heute noch gebrasselt, als würde ich auswandern! Aber wahrscheinlich gehört das irgendwie dazu. Mein Koffer ist größtenteils gepackt, selbst Thorhall ist schon ziemlich weit, obwohl er heute morgen noch die Urlaubs-Mix-CD zusammenstellen musste! :-) Auch meine Mix-CD mit den kanadischen Musikern ist gestern abend fertig geworden und wurde heute morgen noch gebrannt. Also kann ja eigentlich nicht mehr schiefgehen.
Das nächste Mal melden wir uns dann endlich am (ersten) Ziel unserer Reise, denn eigentlich gilt für diese Reise wie für alles im Leben: Der Weg ist das Ziel!

Es philosophiert
Orsina