Donnerstag, 20. September 2007

Kanadische Kleinstädte

Uns fällt immer wieder auf, dass der Kanadier offenbar bestrebt ist, einen Ausgleich zu den schönen Landschaften seiner Umgebung zu schaffen, und daher seine Städte besonders hässlich macht. Oder aber - das ist eine weitere Theorie - er hat einfach so viel mehr Platz als wir im überfüllten Europa, dass sich niemand die Mühe macht, den ganzen Kram aufzuräumenund einfach alles liegenlässt. Jedenfalls sind die meisten Orte, die wir bisher gesehen haben, entweder - wie Jasper oder Banff - kleine Retortenstädtchen nur für Touristen oder, wenn echte Menschen drin wohnen, versprühen sie meistens den Charme der morbiden Baufälligkeit von Gartenhäuschen oder Dauercampern.

Daher sind wir bereitwillig darauf eingegangen, als uns unser Reiseführer einen Stopp in Nelson empfahl, da sich hier noch eine veritable, schöne und restaurierte Altstadt befände. Altstadt bedeutet hier: so um die Jahrhundertwende.
Tatsächlich war die Innenstadt von Nelson - von dem auffällig hohen Anteil an irgendwie auffälligen oder seltsamen Menschen abgesehen, ungewöhnlich schön für kanadische Verhältnisse. Doch wie Thorhall treffend festgestellt hat, ist Nelson "eine Stadt der Erleuchteten, Friedensbewegten und Bekifften", was vermutlich auf einen ganz in der Nähe befindlichen Ashram zurückzuführen ist. Oder umgekehrt?

Ob die Nähe eines Ashrams zu einem höheren Charme von Pinchers Creek oder Grand Forks beitragen würde, wäre vielleicht einen Versuch wert. Aber in diesem Urlaub werden wir es wohl nicht mehr herausfinden...


Erleuchtete Grüße
Tiru

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