Mittwoch, 19. September 2007

Dienstleistungsberufe in Kanada

Wir erleben hier täglich, dass der Kanadier andere Dienstleistungen kennt als wir, und nirgendwo wird es augenfälliger als im Supermarkt. Die Tüten werden an der Kasse für uns eingepackt, und es gibt Angestellte, die offenbar nur dazu da sind, fragend guckenden Käufern dabei zu helfen, das gesuchte Was-auch-immer zu finden.

Und einmal haben wir sogar noch eine ganz ungewöhnliche Spezies gefunden: einen Mann, der im Eingangsbereich rumstromerte, uns freundlich begrüsste und auf dem Rückweg noch einen Tipp gab, wo man gut springende Lachse beobachten kann.
Auf seinem Button mit der Funktionsbeschreibung stand sein Beruf: Er ist ein People Greeter.

Doch die Schaffung neuer Berufe ist hier offenbar ansteckend, denn auch wir haben mittlerweile sogar schon einige neue Dienstleistungen entdeckt!
The Bob Waver:
The Coal Shaker:
The Light Holder:


The Blog Feeder
Tiru

Spirit of the Buffalo

Der alte Indianer hat die Büffeljagd seinerzeit sehr clever gelöst. Die Büffelherde wurde an einer Stelle zusammengetrieben und in Panik versetzt, so dass sie in wilder Flucht nicht sah, dass der vermeintliche Ausweg ein 10 m tiefer Felsabhang war. Unten musste man dann nur noch die Beute einsammeln.
Zu bestaunen gab es all das in der Ausstellung des Head Smashed-in Buffalo Jump.


Um den Tag im Zeichen des Büffels komplett zu machen, durften wir später auf dem Weg noch eine wilde (wenn auch eingezäunte) Büffelherde bestaunen.

Und abends habe ich dann die neuzeitliche Büffeljagd eingeläutet – mit einem saftigen Buffalo-Burger aus dem Pub nebenan.

Hugh!
Tiru

Ice Ice, Baby

Obwohl wir angesichts der ersten beiden Nachtfröste im Jasper Nationalpark, die wir zur Steigerung des Selbsterfahrungsfaktors auch ohne Heizung verbringen durften (die ist nämlich kaputt!!!), zur Zeit nicht unmittelbar als Zeugen der Klimaerwärmung zu bezeichnen sind, haben wir dennoch ein sehr anschauliches Beispiel für das Gletschersterben erhalten. Die Straße von Jasper nach Banff ist der so genannten Icefields Parkway ^^ und führt entlang des Columbia Icefields. Dort ist am Athabasca Gletscher ein Visitor Centre eingerichtet, das über Entstehung und spekulative Zukunft der Gletscher informiert. Jenen Besuchern, die nicht 30 Can $ für eine Fahrt mit dem Snowcoach bezahlen wollen – ein Vergnügen, das angesichts des Preises von den meisten unserer mitgebrachten Reiseführern nicht empfohlen wurde – bietet sich die Möglichkeit, an den Gletscher heran zu fahren und eine kleine, aus Sicherheitsgründen abgeteilte Zunge der Eismasse zu betreten. Es liegt in der Natur der Dinge, dass dieses kleine Stück begehbarer Gletscher nicht strahlend weiß, sondern ziemlich dreckig-grau daher kommt. Dennoch ist es ein eindrucksvolles Gefühl darauf zu stehen. Noch viel beeindruckender ist allerdings der Weg hin zum Athabasca Gletscher, denn dort wird anhand von Wegmarken mit Jahreszahlen dokumentiert, bis wohin die Eismassen bis vor einige Zeit mal reichten bzw. wie weit sie sich in der Zwischenzeit zurückgezogen haben.

Es schmilzt
Orsina

Reichweite des Gletschers 1982: Man sieht, man sieht nichts vom Gletscher

Reichweite des Gletschers 1992: Hinten ist die Gletscherzunge zu sehen.

Gletscherfüße heute


Athabasca-Gletscher von weitem

Montag, 17. September 2007

Wildlife

Gestern abend am Waterton Lake hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art. Beim letzten Gang zum Klohaeuschen fanden wir uns unversehens in einer kleinen Herde von mehr als einem Dutzend Elks wieder - oder was auch immer das nun genau fuer eine Wildsorte war. Die Herde ist es offenbar schon gewoehnt, dass es einzelne Gestalten gibt, die dort durch die Dunkelheit zu besagtem Haeuschen tappen, denn sie liess sich durch uns auch keineswegs stoeren. Allenfalls ein bisschen Platz haben sie uns gemacht, damit wir noch bis zur Tuer kommen konnten :)

Leider liess sich davon natuerlich kein Foto machen - aber der Anblick war einfach grossartig!

Verzueckte Gruesse
Tiru

Sonntag, 16. September 2007

Männer mit Hüten



Man(n) trägt wieder Hut, oder? Ich beobachte in den letzten Jahren mit stetig steigendem Erstaunen, dass der deutsche Mann das Baseball-Cap zu seiner liebsten Kopfbedeckung auserkoren zu haben scheint. Nicht nur Rap-Kids, coole Halbstarke und ewig junge Ü-30iger schmücken sich mit dieser Kopfbedeckung, nein, mittlerweile sieht man auch immer öfter Rentner, die den Pepita-Hut oder den Gamsbart-Tiroler gegen eine Baseball-Kappe mit dem Logo ihres Lieblingsvereins oder einem anderen Emblem als Bekenntnis zu einem Hobby, einer Lebenseinstellung oder ihres Lieblingsgetränks auf ihrem Haupte herumtragen.
Auch Thorhall und der Knappe sind unter die Hut-Träger gegangen! Während der Knappe auf die momentane Welle aufgesprungen ist und sich ein Baseball-Cap gekauft hat, das bei seinen Mitmenschen daheim demnächst Neid auf sein vergangenes Urlaubsziel wecken wird (soll?) ;-), hat Thorhall sich als ungewohnt mutig erwiesen und sein Image als schwarzer Abt mit einem weiteren Accessoire, diesmal im wildwestlichen Design, weiter gestärkt. Sentenza lässt grüßen!
Vielleicht löst er ja zu Hause damit einen neuen Trend aus und in wenigen Jahren hängen nicht nur überall die Stetsons an den Garderobenhaken der Dorfkneipen, sondern auch die Pferde sind draußen angebunden und scharren mit den Hufen im Sand…..

Es zieht den Hut
Orsina

Samstag, 15. September 2007

Inukshuk

2010 sind die olympischen Winterspiele in Kanada, und die nordischen, alpinen und vor allem die Bobwettbewerbe sollen in Whistler stattfinden. Daher mussten wir dort natürlich hin, um schon einmal die dortige Bobbahn in Augenschein zu nehmen.
Das Maskottchen der Winterspiele wird Inukshuk sein, ein Steinmännchen, das seinerzeit als Wegmarke oder Meilenstein genutzt wurde.
Dieses Steinmännchen regt offenbar die Kreativität enorm an, so dass es überall Menschen beflügelt, ihre eigenen Männchen daneben zu stellen.
Natürlich auch uns – so dass wir nicht nur in Whistler mitgebaut haben, sondern auch unsere Inukshuks am Athabasca Gletscher im Columbia Icefield hinterlassen haben J

Stein auf Stein, das ist fein…
Tiru

Wie der Mensch das Feuer entdeckte

Da die Abende hier doch schon etwas kühler werden, ist es natürlich immer nett, sich an einem Lagerfeuer zu wärmen.
Mittlerweile sind Thorhall und der Knappe auch schon zu echten Experten im Feuermachen herangereift. Vorangegangene Versuche, ein stabiles Feuer hinzubekommen, haben nur den Erfahrungschatz erweitert, und heute hatten wir somit sogar ein Feuer, das, obschon im strömenden Regen alleine gelassen, noch ganz schön lange weitergebrannt hat, bis es endlich aufgegeben hat.
Auch das hintere Gepäckfach unseres Bobs hat endlich seine Bestimmung gfeunden und ist mittlerweile prall gefüllt mit Feuerholz, Spänen, Zeitungspapier und weiteren Grill- und Feuerutensilien.

Grüße vom Lagerfeuer
Tiru